letzte Änderung: 15.Oktober 2026  

Blendenreihe

 

Begriffsbestimmung

Der Begriff bezeichnet die Aufzählung der Blendenzahlen, wie sie heute üblicherweise an fotografischen Kameras eingestellt werden können. Blendenzahlen sind dimensionslose Kennzahlen die als Quotient aus der Brennweite und der Öffnungsweite des Objektivs berechnet werden. Ist an einem Objektiv mit einer Brennweite von f = 50 mm eine Blendenzahl 4 eingestellt, so ist in diesem Fall die Öffnungsweite (auch wirksame Öffnung oder Apertur) D = 12,5 mm. Das Öffnungsverhältnis ist dann 1/4.

Man sagt gewöhnlich "Blende 4" wenn man ein Öffnungsverhältnis von 1/4 bzw. eine Blendenzahl 4 meint. Ich werde das im Folgenden auch machen, obwohl es genaugenommen nicht korrekt ist.

Beispiele

(siehe oben)Öffnungsverhältnis1/4 oder 1:4
V = D/f   im Beispiel (siehe oben) mit f = 50 mm und D = 12,5 mm  V = 12,5 mm / 50 mm = 1/4
 Blendenzahl ("Blende")4
k = 1/V   Kehrwert des Öffnungsverhältnisses
 Öffnungsweitef/4 
D = f/k   im Beispiel (siehe oben) mit f = 50 mm und k = 4  D = 50 mm / 4 = 12,5 mm

Wird mit unterschiedlichen Objektiven aber bei gleicher Blendenzahl und bei gleicher Beleuchtungssituation fotografiert, so ist das auf den Film bzw. den Sensor gelenkte Licht gleich stark. Dies gilt genau genommen nur, wenn die Transmissionseigenschaften der verschiedenen Objektive gleich sind. Davon kann aber gewöhnlich näherungsweise ausgegangen werden.

Blendenreihe

Heute hat sich die bekannte Reihe der einstellbaren Blendenzahlen etabliert. Die nachfolgenden Tabellen veranschaulicht diese Blendenreihe. Neben den vollen Blendenzahlen – rot dargestellt – sind auch noch die "halben" (Tabelle 1) und die "drittel" Werte (Tabelle 2) in schwarzer Schrift gezeigt. Die Tabellen sind in zwei bzw. drei Segmente geteilt, die jeweils drei Zeilen umfassen. Die erste Zeile stellt nur die ganzen "nominellen" Blendenzahlen dar. Die zweite enthält die rechnerischen Werte auf eine Nachkommastelle genau – die dritte Zeile entsprechend auf zwei Nachkommastellen genau.

11,422,845,68
1,01,21,41,72,02,42,83,44,04,85,76,78,0
1,001,191,411,682,002,382,833,364,004,765,666,738,00
111622324564
9,511,313,516,019,022,626,932,038,145,353,864,0
9,5111,3113,4516,0019,0322,6326,9132,0038,0545,2553,8264,00
Tabelle 1: Blendenreihen in halben Blendenstufen

11,422,84
1,01,11,31,41,61,82,02,22,52,83,23,64,0
1,001,121,261,411,591,782,002,242,522,833,173,564,00
5,681116
4,55,05,76,37,18,09,010,111,312,714,316,0
4,495,045,666,357,138,008,9810,0811,3112,7014,2516,00
22324564
18,020,222,625,428,532,035,940,345,350,857,064,0
17,9620,1622,6325,4028,5132,0035,9240,3245,2550,8057,0264,00
Tabelle 2: Blendenreihen in drittel Blendenstufen

Es fällt auf, dass es die üblichen Blendenzahlen 5,6 bzw. 22 eigentlich falsch sind. Vielmehr müsste man im Rahmen der jeweils gewählten Rundungsgenauigkeit von Blende 5,7 bzw. Blende 23 sprechen.

 Neben dieser heute allgemein üblichen Blendenreihe gibt es auch eine Reihe allgemein üblicher Belichtungszeiten, wie sie an einer Kamera normalerweise einstellbar sind.

Der Begriff "Lichtstärke"

Im Zusammenhang mit den vorangehenden Darstellungen sind ein paar Anmerkungen zur Lichtstärke von Objektiven sinnvoll. Die Lichtstärke eines Objektivs ist ein wichtiges Kriterium zu Charakterisierung des Objektivs. Die Lichtstärke ist ein Maß dafür, wie weit es in der Lage ist, Licht für eine Aufnahme einzufangen.

Ist die kleinste mögliche Blendenzahl (z.B. 1,4) an einem Objektiv eingestellt, so bedeutet dies, dass seine Blende voll geöffnet ist. Je kleiner die kleinste einstellbare Blendenzahl ist, desto lichtstärker ist ein Objektiv.

Tatsächlich wird der Begriff Lichtstärke oft auf unterschiedliche Weise beschrieben. So wird anstelle der kleinsten einstellbaren Blendenzahl (z.B. 1,4) das maximale Öffnungsverhältnis (z.B. 1/1,4 oder 1:1,4) auch die oder die maximale Öffnungsweite (z.B. f/1,4) angegeben. Letztere wird auch Anfangsöffnung genannt.

Die oben dargestellten Tabellen sind nützlich, um die Angaben zur Lichtstärke von Objektiven zu beurteilen. Oft werden nämlich Zwischenwerte genannt, und es ist nicht sofort ersichtlich, wie sehr sich zwei Objektive hinsichtlich ihrer Lichtstärke wirklich unterscheiden. Aus Tabelle 2 sieht man, dass ein Objektiv mit einer Lichtstärke von 1:1,4 um 2/3 Blendenstufen lichtstärker als eins mit einer Lichtstärke von 1:1,8. Eine Lichtstärke von 1:4,5 ist 1/3 Blendenstufe schlechter als eine solche von 1/4.

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